Kosten
ERP-Schnittstelle: Was kostet die Anbindung von Onlineshop und ERP?
Von Dominik Natter · Zuletzt aktualisiert am 3. November 2026 · 8 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Alle Beträge sind Richtwerte exkl. MWST. Eine Schnittstelle zwischen Onlineshop und ERP kostet CHF 15'000 bis 60'000 und dauert 6 bis 14 Wochen. Eine einfache Schnittstelle für eine einzelne Datenart, etwa nur Bestellungen ins ERP, kostet CHF 8'000 bis 25'000. Für Wartung und Betrieb kommen pro Jahr 15 bis 20 Prozent der Projektkosten dazu.
Was kostet eine ERP-Schnittstelle für den Onlineshop?
Eine vollständige Schnittstelle zwischen Shop und ERP kostet CHF 15'000 bis 60'000. Sie überträgt Bestellungen als Aufträge ins ERP, holt Bestände und Preise in den Shop und meldet Lieferstatus und Rechnung zurück. Die Umsetzung dauert 6 bis 14 Wochen. Sollen die Rechnungen als strukturierte E-Rechnung aus dem ERP kommen, klären Sie das Format früh. Mehr dazu im Ratgeber «E-Rechnung Schweiz: Was ab 2027 für Rechnungen nach Deutschland und in die EU gilt».
Eine einfache Schnittstelle für eine einzelne Datenart kostet CHF 8'000 bis 25'000. Ein typisches Beispiel: Bestellungen aus Shopify oder WooCommerce landen automatisch als Auftrag im ERP, alles andere bleibt wie bisher. Jedes weitere System, das angebunden wird, etwa ein Versanddienstleister oder ein Kassensystem, kostet je nach Schnittstelle CHF 3'000 bis 15'000.
Der Preis entsteht aus Aufwand. Schweizer Anbieter rechnen mit Stundensätzen von CHF 150 bis 250. Bei CHF 200 pro Stunde entsprechen CHF 30'000 rund 150 Stunden für Konzept, Entwicklung, Tests mit dem ERP und Einführung. Diese Rahmen gelten für Firmen in der Schweiz und in Liechtenstein gleichermassen.
- Einstieg für eine vollständige Shop-ERP-Schnittstelle, bis CHF 60'000
- CHF 15'000
- Wochen, bis die Schnittstelle produktiv läuft
- 6 bis 14
- der Projektkosten pro Jahr für Wartung und Betrieb
- 15 bis 20 %
- Einstieg für die Vorstudie zum Festpreis, bis CHF 9'000
- CHF 4'000
Preisrahmen nach Variante
| Variante | Preisrahmen | Hinweis |
|---|---|---|
| Integrationsplattform wie Zapier, Make oder n8n | Abo ab rund USD 20 pro Monat | Zapier ab USD 19.99, n8n Cloud ab EUR 20 bei jährlicher Zahlung, plus Einrichtung |
| Fertiger Konnektor | je nach Anbieter | Lizenz oder Abo plus Einrichtung, für Standardartikel zu Listenpreisen |
| Einfache Schnittstelle für eine Datenart | CHF 8'000 bis 25'000 | zum Beispiel nur Bestellungen ins ERP, 4 bis 10 Wochen |
| Shop-ERP-Schnittstelle | CHF 15'000 bis 60'000 | Bestellungen, Bestände, Preise und Status, 6 bis 14 Wochen |
| Jede weitere Anbindung an ein System | CHF 3'000 bis 15'000 | zum Beispiel Versand oder Kasse |
| B2B-Shop mit Preislogik und ERP | CHF 30'000 bis 180'000 | Shop und Schnittstelle zusammen, 3 bis 8 Monate |
| Vorstudie mit Kostendach | CHF 4'000 bis 9'000 | Festpreis, 2 bis 3 Wochen |
| Wartung und Betrieb pro Jahr | 15 bis 20 % | der Projektkosten |
Was die Kosten einer Shop-ERP-Anbindung treibt
Was eine API-Anbindung kostet, hängt weniger am Shop als am ERP und an Ihrer Geschäftslogik. Diese Punkte verschieben ein Projekt vom unteren ans obere Ende des Rahmens:
- Qualität der ERP-API: Eine dokumentierte REST-API mit Testumgebung spart Tage. Ältere Systeme mit Dateiexport, SOAP oder direktem Datenbankzugriff brauchen mehr Analyse und mehr Tests.
- Preislogik: Listenpreise sind einfach. Kundenpreise, Staffeln, Rahmenverträge und Aktionen müssen im Shop genau so rechnen wie im ERP. Sonst stimmen Warenkorb und Rechnung nicht überein.
- Varianten und Stücklisten: Grössen, Farben oder konfigurierte Produkte müssen sauber auf Artikelnummern im ERP abgebildet werden.
- Zahl der Datenarten: Bestellungen, Bestände, Preise, Artikel, Kunden, Lieferstatus und Rechnungen. Jede Datenart braucht eigene Regeln und eigene Tests.
- Richtung der Synchronisation: Daten nur in eine Richtung zu schieben ist deutlich einfacher als ein Abgleich in beide Richtungen. Dafür muss pro Datenart feststehen, welches System führt.
- Mehrere Lager, Mandanten oder Währungen: Jede zusätzliche Dimension vervielfacht die Fälle, die geprüft werden müssen.
- Fehlerbehandlung und Monitoring: Warteschlangen, automatische Wiederholungen, Schutz vor doppelten Aufträgen und eine Meldung bei Fehlern. Ohne das merkt niemand, wenn die Schnittstelle steht.
Fertige Konnektoren, Zapier, Make und n8n: Wann sie reichen
Ein fertiger Konnektor oder eine Integrationsplattform ist oft die günstigere Wahl. Wenn Ihr Fall einfach ist, ist das kein Kompromiss.
Fertige Konnektoren bieten ERP-Hersteller, Shopanbieter oder Drittfirmen an. Microsoft liefert zum Beispiel für Business Central einen Shopify Connector, der bei neuen Anmeldungen bereits installiert ist. Integrationsplattformen wie Zapier, Make oder n8n, oft auch Middleware genannt, verbinden Systeme über vorgefertigte Bausteine. Zapier bietet etwa eine fertige Verbindung zwischen WooCommerce und bexio an.
Die laufenden Kosten sind überschaubar, wachsen aber mit dem Volumen. Zapier zählt jede erfolgreich ausgeführte Aktion als Task. Bei 400 Bestellungen im Monat und drei Aktionen pro Bestellung sind das 1'200 Tasks. Das kostet im Tarif Professional USD 39 pro Monat bei jährlicher Zahlung. n8n verlangt in der Cloud ab EUR 20 pro Monat für 2'500 Ausführungen, selbst betrieben ist die Community Edition kostenlos. Holt die Plattform die Bestände alle 15 Minuten ab, sind das allein rund 2'900 Ausführungen im Monat. Make rechnet in Credits ab, die meisten Aktionen kosten einen Credit. Zu den Abos kommt die Zeit für Einrichtung und Pflege.
Sobald Kundenpreise, Varianten oder mehrere Lager ins Spiel kommen, stossen solche Lösungen an Grenzen. Dann wird der Ablauf in der Plattform selbst zur Software, die jemand warten muss.
Konnektor oder eigene Schnittstelle?
Hier stösst ein Konnektor an Grenzen
- Kundenpreise, Staffeln oder Rahmenverträge müssen im Shop gelten.
- Varianten, Stücklisten oder konfigurierte Produkte werden bestellt.
- Mehrere Lager, Mandanten oder Währungen sind im Spiel.
- Ein Ausfall von einigen Stunden kostet Umsatz oder Kundenvertrauen.
Ein Konnektor reicht, wenn
- Für Ihre Kombination aus Shop und ERP gibt es einen erprobten Konnektor.
- Sie verkaufen Standardartikel zu Listenpreisen.
- Das Volumen liegt bei wenigen Bestellungen pro Tag.
- Ein Ausfall von einigen Stunden ist ärgerlich, aber nicht teuer.
- Jemand in Ihrem Team pflegt die Abläufe und schaut regelmässig ins Fehlerprotokoll.
Abacus, bexio, Business Central, SAP Business One und Sage: Wie gut lassen sie sich anbinden?
Abacus bietet eine REST-API mit sogenannten Entity-Endpunkten. Der Zugriff läuft über einen Service-Benutzer mit genau festgelegten Berechtigungen, den in der Regel Ihr Abacus-Partner einrichtet.
Eine Schnittstelle zwischen Shopify oder WooCommerce und Abacus lässt sich über diese API bauen. Ob Lizenzkosten anfallen, hängt von Ihrem Vertrag ab. Fragen Sie vor der Offerte nach.
bexio hat eine öffentlich dokumentierte REST-API mit Anmeldung über OAuth 2.0. Laut eigener Dokumentation bietet bexio keine begleitete Umsetzung und keinen Code-Support.
Für einfache Fälle gibt es fertige Verbindungen über Integrationsplattformen.
Die API v2.0 ist in der Cloud-Version von Microsoft Dynamics 365 Business Central standardmässig aktiv, für Shopify gibt es den Connector von Microsoft. Pro Benutzer sind 6'000 Anfragen in fünf Minuten erlaubt, was für die Volumen eines KMU-Shops meist reicht.
Eigene Zusatzfelder lassen sich der Standard-API nicht hinzufügen. Dafür braucht es eine eigene API, die meist Ihr Partner programmiert.
Der Service Layer ist eine REST-Schnittstelle nach dem OData-Standard. Daneben gibt es die ältere DI API.
Für eine Shop-Anbindung eignet sich in der Regel der Service Layer.
Die Anbindbarkeit hängt stark vom Produkt und von der Version ab.
Klären Sie mit Ihrem Sage-Partner, welche Schnittstelle Ihre Installation bietet und ob sie lizenziert werden muss.
Versteckte Kosten: Was in der Offerte oft fehlt
Die Entwicklung der Schnittstelle ist nur ein Teil der Rechnung. Fragen Sie bei jeder Offerte nach diesen Posten:
- Arbeit beim ERP-Partner: Zugänge einrichten, Berechtigungen setzen, Felder ergänzen oder eine eigene API programmieren. Das verrechnet der Partner separat nach seinem Stundensatz.
- Testumgebung: Eine Schnittstelle wird nicht im produktiven ERP getestet. Klären Sie früh, ob es eine Testumgebung oder einen Testmandanten gibt und was er kostet.
- Lizenzen: Je nach ERP fallen Kosten für den API-Zugang, für Zusatzmodule oder für zusätzliche Benutzer an.
- Abos: Fertige Konnektoren und Integrationsplattformen kosten monatlich, oft gestaffelt nach Volumen.
- Datenbereinigung: Doppelte Kunden, fehlende Artikelnummern oder uneinheitliche Einheiten müssen vor dem Start bereinigt werden.
- Interne Zeit: Ihre Leute legen Regeln fest, testen Bestellungen und nehmen die Schnittstelle ab.
- Wartung und Betrieb: 15 bis 20 Prozent der Projektkosten pro Jahr. Shop und ERP bekommen Updates, die Schnittstelle muss mitziehen. Mehr dazu im Ratgeber «Software-Wartungskosten: Was kosten Wartung und Betrieb pro Jahr?».
Rechenbeispiel: Ab wann sich eine Shop-ERP-Schnittstelle bezahlt macht
Die Rechnung ist einfach: Bestellungen pro Monat mal Minuten für das Abtippen. Die Beispiele rechnen mit internen Vollkosten von CHF 70 pro Stunde und mit Wartung von 15 Prozent der Projektkosten pro Jahr. Das sind Annahmen. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein.
Projektkosten und jährliche Ersparnis im Vergleich
+Werte als Tabelle anzeigen
| Wert | Projektkosten | Ersparnis pro Jahr nach Wartung |
|---|---|---|
| 400 Bestellungen, Listenpreise | CHF 30'000 | CHF 25'700 |
| 400 Bestellungen, Kundenpreise | CHF 60'000 | CHF 21'200 |
| 60 Bestellungen pro Monat | CHF 15'000 | CHF 2'300 |
Mittleres Volumen: 400 Bestellungen pro Monat zu je sechs Minuten ergeben 40 Stunden. Werden 90 Prozent automatisch übertragen, sparen Sie 36 Stunden im Monat. Das sind 432 Stunden oder rund CHF 30'000 pro Jahr. Bei Projektkosten von CHF 30'000 und CHF 4'500 Wartung bleiben rund CHF 25'700 Ersparnis jährlich. Die Schnittstelle ist nach gut einem Jahr bezahlt.
Komplexe Anbindung: Dasselbe Volumen, aber mit Kundenpreisen und Varianten. Die Projektkosten liegen bei CHF 60'000. Nach Abzug von CHF 9'000 Wartung bleiben rund CHF 21'200 pro Jahr. Die Investition ist nach knapp drei Jahren bezahlt.
Kleines Volumen: 60 Bestellungen pro Monat ergeben bei gleicher Rechnung rund 65 eingesparte Stunden oder CHF 4'500 pro Jahr. Eine Schnittstelle für CHF 15'000 kostet CHF 2'250 Wartung im Jahr. Es bleiben rund CHF 2'300. Das rechnet sich erst nach rund sechseinhalb Jahren. Hier ist ein fertiger Konnektor oder eine Integrationsplattform die bessere Wahl.
Nicht eingerechnet sind Effekte, die schwer zu beziffern sind: keine Überverkäufe mehr, richtige Preise nach jeder Preisrunde und Kunden, die ihren Lieferstatus selbst sehen. Mehr dazu im Ratgeber «Was kostet ein Kundenportal in der Schweiz und in Liechtenstein?».
Was, wenn Ihr ERP keine Schnittstelle hat?
Dann gibt es meist trotzdem einen Weg. Infrage kommen Dateiexporte und Importordner, ein direkter Zugriff auf die Datenbank oder ein Zusatzmodul des Herstellers.
Diese Wege funktionieren, sind aber anfälliger. Ein Dateiimport läuft in Intervallen statt sofort. Ein direkter Datenbankzugriff kann nach einem ERP-Update brechen. Rechnen Sie deshalb mit mehr Aufwand für Tests und Überwachung, eher am oberen Ende des Rahmens.
Wann sich eine individuelle Schnittstelle nicht lohnt
Eine eigene Schnittstelle ist nicht immer die richtige Antwort. Verzichten Sie darauf, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Sie haben nur wenige Bestellungen pro Tag, wie im dritten Rechenbeispiel.
- Für Ihre Kombination aus Shop und ERP gibt es einen erprobten Konnektor, und Sie verkaufen zu Listenpreisen.
- Ein ERP-Wechsel steht in den nächsten Monaten an. Bauen Sie die Anbindung dann gleich für das neue System.
- Ihre Stammdaten sind nicht bereinigt. Eine Schnittstelle überträgt Fehler nur schneller.
- Niemand im Betrieb ist für die Schnittstelle zuständig und reagiert auf Fehlermeldungen.
Woher diese Angaben kommen
Preisrahmen und Stundensätze
Die Preisrahmen sind Richtwerte exkl. MWST und entsprechen den Angaben auf unseren Leistungs- und Lösungsseiten. Die Stundensätze von CHF 150 bis 250 entsprechen dem, was Schweizer Anbieter öffentlich angeben.
Angaben zu den ERP
Die Angaben stammen aus den Unterlagen der Hersteller: Abacus, Dokumentation zur Autorisierung der REST-API. bexio, API-Dokumentation für Entwickler. Microsoft Learn, API v2.0 für Business Central, Operational Limits für Business Central online und Einführung in den Shopify Connector. SAP Learning, Kurs zum Service Layer von SAP Business One.
Preise der Integrationsplattformen
Die Preise stammen von den Preisseiten von Zapier, n8n und Make, die Angabe zur Community Edition aus der Hosting-Dokumentation von n8n. Die Anbieter können ihre Preise jederzeit ändern.
Rechenbeispiele
Die Rechenbeispiele beruhen auf den genannten Annahmen und ersetzen keine Vorstudie. Verbindlich wird ein Preis erst mit dem Kostendach aus der Vorstudie.
Stand: November 2026.
Häufige Fragen
Was kostet eine Schnittstelle zwischen Onlineshop und ERP?
Eine Shop-ERP-Schnittstelle kostet CHF 15'000 bis 60'000 und dauert 6 bis 14 Wochen. Eine einfache Schnittstelle für nur eine Datenart, etwa Bestellungen ins ERP, liegt bei CHF 8'000 bis 25'000. Den Ausschlag geben die Schnittstelle des ERP, die Preislogik und die Zahl der Datenarten. Für Wartung und Betrieb kommen pro Jahr 15 bis 20 Prozent der Projektkosten dazu.
Reicht Zapier oder ein fertiger Konnektor für die Shop-ERP-Anbindung?
Ja, wenn es für Ihre Kombination aus Shop und ERP einen erprobten Konnektor gibt, Sie zu Listenpreisen verkaufen und nur wenige Bestellungen pro Tag haben. Die Abos von Integrationsplattformen beginnen bei rund USD 20 pro Monat, dazu kommt die Einrichtung. Sobald Kundenpreise, Varianten oder mehrere Lager im Spiel sind, ist eine eigene Schnittstelle die robustere Lösung.
Was muss unser ERP-Partner für die Schnittstelle beitragen?
In der Regel richtet er den API-Zugang und die Berechtigungen ein und stellt eine Testumgebung bereit. Bei manchen ERP ergänzt er Felder oder programmiert eine eigene API. Diese Arbeit verrechnet er separat, deshalb gehört sie von Anfang an ins Budget.
Was, wenn unser System keine Schnittstelle hat?
Dann gibt es meist einen anderen Weg: Dateiexporte, Datenbankzugriff, einen Importordner oder ein Zusatzmodul des Herstellers. Wir klären das mit Ihrem ERP-Partner, bevor ein Franken in die Umsetzung fliesst. Ist kein zuverlässiger Weg vorhanden, sagen wir das.
Was passiert, wenn das ERP nicht erreichbar ist?
Der Shop verkauft weiter. Bestellungen werden in einer Warteschlange gehalten und nachgeliefert, sobald das ERP wieder antwortet. Fehlgeschlagene Übertragungen erscheinen in einem Monitoring und lösen eine Meldung aus.
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